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Digitalisierungsassessment für die Produktion

Digitalisierungsprojekte stehen oft vor zwei Problemen:
Entweder haben sie von Anfang an keine rechte Idee, womit sie eigentlich starten wollen oder sie sind generell auf der Suche nach neuen Impulsen für die Digitalisierung der Produktion. Das sind häufig Gründe für unsere Kunden, gemeinsam mit uns einen tieferen Blick in ihre Produktion zu werfen. Und wir haben dafür das passende Werkzeug: Unser Digitalisierungsassessment, das wir speziell für die Produktion entwickelt haben.

Ein Artikel von Patrik Kübler

Lesezeit: ca. 6 Minuten

Digitalisierungsassessment

Unsere Experten analysieren die Produktion entlang des Materialflusses vom Wareneingang bis zum Warenausgang und interviewen die Experten des Unternehmens mithilfe eines strukturierten Fragebogens. So können wir schnell und aufwandsarm Potentiale identifizieren, für die wir im weiteren Verlauf konkrete Digitalisierungsprojekte entwickeln. Gemeinsam mit den Fachexperten des Unternehmens bewerten wir die Projekte und legen eine Digitalisierungsroadmap fest.

Was unterscheidet das Assessment von anderen Werkzeugen?

Das Assessment haben unsere Produktionsingenieure, Automatisierungstechniker und Informatiker gemeinsam entwickelt. Denn wir sind davon überzeugt, dass Digitalisierung in der Produktion nur mit einem interdisziplinären Team gelingen kann. Die Durchführung beim Kunden übernehmen bei uns auch deshalb immer ein Produktionsingenieur und ein Informatiker bzw. Automatisierungstechniker. So können wir sicherstellen, dass von Anfang an Projekte entwickelt werden, die einen konkreten Nutzen für die Produktion haben und die gleichzeitig technisch und wirtschaftlich umsetzbar sind. Dabei hilft uns, dass wir schon seit vielen Jahren Digitalisierungsprojekte software- und hardwareseitig in der Produktion umsetzen.

Wie sieht ein Assessment in der Produktion aus?

Das Assessment führen wir in vier Schritten durch:

1. Reifegradbewertung

Um herauszufinden, welche Digitalisierungsprojekte sinnvoll sind, müssen zu Beginn die folgenden Fragen beantwortet werden:

Wo steht die Produktion?
In den Fokus werden dabei vor allem der Shopfloor genommen, aber auch angrenzende Bereiche wie die Produktionsplanung und -steuerung oder die Instandhaltung und die IT-Systemlandschaft in der Produktion.

Wo soll die Produktion hin?
Also: Welche ganz konkreten Ziele sollen mit den Digitalisierungsprojekten erreicht – und an welchen Stellschrauben muss noch gedreht werden?

Um diese Fragen zu beantworten und den Digitalisierungsreifegrad der Produktion zu bestimmen, sind strukturierte Einzelinterviews essenziell. Wir nutzen dazu einen Katalog mit 130 konkreten Fragen, die es uns erlauben, uns einen genauen Überblick über den IST-Zustand der Produktion zu machen. Denn abstrakte Potentiale, wie „Die Transparenz muss erhöht werden!“, helfen nicht weiter. Wir stellen deshalb Fragen wie diese:

Fragebogen Beispielfrage

Um herauszufinden, in welchen Bereichen Projekte sinnvoll sind, erfassen wir nicht nur den IST-, sondern auch den SOLL-Zustand und vergleichen diese mit den Ergebnissen, die wir bei anderen Unternehmen erarbeitet haben (selbstverständlich anonymisiert):

Soll/Ist-Netzdiagramm

In den Feldern, in denen der IST-Zustand am weitesten vom Zielzustand abweicht, liegt in den nächsten Schritten der Fokus.

2. Projektskizzen

Haben wir den IST- und den Zielzustand ermittelt, rückt das Projekt als solches in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit den Experten des Unternehmens entwickeln wir Projektideen und halten sie grob in Projektsteckbriefen fest. Ein Steckbrief für die oben genannte Frage “Wie werden Störungen reduziert?” könnte zum Beispiel so aussehen:

Projektsteckbrief

Neben dem Potential und dem Zielzustand, beschreiben wir in solchen Steckbriefen auch den (technischen) Lösungsansatz. In dieser Phase ist es außerdem wichtig festzuhalten, was mit dem Projekt nicht erreicht werden soll. Damit stellen wir schon früh sicher, dass alle Beteiligten das gleiche Verständnis von dem Projekt haben.

3. Qualitative Projektbewertung

Niemand macht Digitalisierung um der Digitalisierung willen. Projekte in der Produktion müssen einen messbaren Effekt auf Kosten, Zeit oder Qualität haben und in einem sinnvollen Verhältnis zum Aufwand stehen. Da auf der anderen Seite aber oft die Gefahr besteht, Projekte zu einem sehr frühen Punkt „tot zu rechnen“ und damit nie ins „Doing“ zu kommen, bewerten wir den Nutzen und den Aufwand eines Projekts im Zuge des Assessments qualitativ. Die quantitative Kosten-Nutzenrechnung führen unsere Kunden meist erst nach dem Assessment durch, wenn die Roadmap fertig ist und die Projekte detaillierter ausgearbeitet werden. Am Ende dieser Phase sind die Projekte übersichtlich in einer Matrix kategorisiert:

Aufwand/Nutzen Diagramm

4. Digitalisierungsroadmap

Mithilfe der Projektskizzen und der qualitativen Projektbewertung entwi-ckeln wir dann die Digitalisierungsroadmap, die die Projekte zeitlich und kapazitativ durchplant und die zentrale Frage beantwortet, an der die Umsetzung von Digitalisierungsprojekten oft scheitert: Wer macht wann, was?

Gant-Diagramm

Warum machen wir das Assessment nicht einfach selbst? Wir kennen doch unsere Produktion!

Natürlich kennen Unternehmen ihre Produktion meistens selbst am besten. Oft fehlt aber die Zeit sich mit neuen Technologien intensiver zu beschäftigen oder einen Blick in die Produktion eines anderen Unternehmens zu werfen. Beides sind wertvolle Quellen für neue Ideen. Unsere Experten haben Zugang zu beidem. Und wer kennt es nicht: Manchmal kommt man nicht mehr weiter, weil kein Konsens über Abteilungsgrenzen hinweg erzielt werden kann und sich die Umsetzung so immer weiter verzögert. Hier hilft eine neutrale Sicht von außen!

Um nicht zu viel Zeit zu verlieren, setzen wir aber auf dem Fachwissen der Mitarbeiter auf und integrieren sie in das Projekt. Denn ein Team aus externen und internen Mitarbeitern – idealerweise von Anfang an zusammen gesetzt aus Produktions- und IT-Experten, die sowohl die Situation des Unternehmens kennen als auch die möglichen Lösungsansätze – bringt nicht nur einen offenen Blick von außen mit, sondern auch externe Impulse, die es braucht, um die Digitalisierung nicht nur anzustoßen, sondern so zu planen und umzusetzen, dass sie nachhaltig wirken kann.

Wie wir Digitalisierungsprojekte in der Produktion umsetzen

Dieser Blick von außen, das externe Team – das sind gern wir von der com2m. Und selbstverständlich führen wir nicht nur gemeinsam mit Ihnen das Assessment durch, wir begleiten Sie außerdem bei den Digitalisierungsprojekten, die wir entwickelt haben. Einen Überblick darüber, wie wir Projekte angehen, finden Sie auf unserer Website.

Dieses Thema interessiert Sie? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

com2m Patrick Kübler

Dr. Patrick Kübler  ist Manufacturing-IoT Consultant bei der com2m.

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