Domänenübergreifendes Projektstaffing als Erfolgsfaktor in der IoT-Entwicklung

Wie bereits im Beitrag "Schlanke IoT-Entwicklung im Mittelstand. Ein Kurzleitfaden." beschrieben, hat IoT große Auswirkungen auf diverse Unternehmensprozesse. Eine abteilungs- und domänenübergreifende Denkweise bei der Lösungsfindung hat daher hohe Relevanz. Aufgrund häufig auftretender Herausforderungen in diesem Kontext schauen wir uns das Thema in diesem Artikel noch einmal genauer an.
Team im IoT Projekt

15. April 2021

geschrieben von Phil Hermanski

IoT – ein unternehmensweites Thema

IoT- oder IoT-CloudProjekte sind ganzheitliche Projekte und betreffen in der Regel nicht nur einzelne Abteilungen, sondern das ganze Unternehmen (vgl. dazu unseren Artikel Schlanke IoT-Entwicklung im Mittelstand. Ein Kurzleitfaden)Im operativen Tagesgeschäft bieten IoT-Lösungen meist Fachdomänen wie dem After-SalesGeschäft oder dem Service völlig neue Möglichkeiten, wie z. B. proaktive Ersatzteil- oder Serviceangebote vor Ausfall eines Produkts. Aber auch die digitale Fabrik basiert auf IoT-TechnologieIn bestimmten Fällen ist es auch die Produktentwicklung, die mehr über ihre Produkte und deren reale Nutzung erfahren möchte und daher auf IoT-Technologien setzt, wie z. B. die cloudbasierte Analyse von TelemetriedatenOder das Business Development treibt das Thema, da der IoT-Markt große Potenziale mit sich bringt. Unternehmensinterne Treiber sind außerdem zunehmend Datenanalysten, die den Mehrwert von IoT mit besonderem Fokus auf die Datenerfassung und damit einhergehenden Mustererkennungs- oder KI-Ansätzen sehen. 

In der Regel stößt eine dieser Domänen das Thema IoT an – sei es mit dem Ziel einer marktseitigen Innovation oder der Modernisierung und Optimierung interner ProzesseUmgesetzt werden soll es dann mit Hilfe der internen IT, die zwar entsprechendes Know-how in Bezug auf die eigenen IT-Infrastruktur mitbringt, jedoch zu geringe Einblicke in die softwareseitigen Anforderungen besitzt, die von modernen IoT-Technologien ausgehen 

Erfolgreiche IoT-Projekte dank zielgerichteten Projektstaffings 

Deutlich wird: Es gibt viele IoT-Treiber in Unternehmen. Die große Herausforderung ist jedoch, dass diese Treiber häufig zu isoliert und dadurch im schlimmsten Fall unkoordiniert, parallel agieren. Dieses Vorgehen führt zu vielen unterschiedlichen Problemen: Fehlende interne Akzeptanz, Formulierung falscher Lösungsanforderungen oder fehlendes (technisches) Wissen während der Konzeptphase und der Anforderungserfassung sind nur die offensichtlichsten. 
Um eine möglichst erfolgreiche Konzeptphase und Anforderungsanalyse zu ermöglichen, benötigt es mindestens die folgenden Rollen bzw. das damit verbundene Know-how: 

  • Mindestens eine treibende Domäne, die genaue Herausforderungen, Wünsche und Anforderungen von Nutzern, Kunden und Anwendern formulieren kann. Diese Rolle sollte den potenziellen Nutzen der späteren Lösung qualitativ bewerten und quantifizieren können.
  • Datenanalysten oder Experten, die bei einem Projektfokus auf Datenauswertungen, Aussagen über die Datenbasis, eingesetzte Datenspeicher- und Analysetechnologien etc. treffen können.
  • Hardware-Experten, wie z. B. Elektrotechnikingenieure, Fahrzeug- oder Anlagenkonstrukteure oder technische Produktmanager, die tiefgreifendes elektrotechnisches und IT-Wissen über das anzubindende Objekt haben.
  • Projektmanager/-ingenieure, Product Owner etc., die eine übergreifende Sicht auf die unterschiedlichen Domänen besitzen.

Im Zweifel: Unterstützung durch externe IoT-Dienstleister

Eine direkte Einbindung der genannten Rollen in das angestoßene IoT-Projekt vor Projektstart hilft ernsthafte Killerphrasen wie „Wissen wir nicht“, „Können wir nicht“ oder „Brauchen wir nicht“ nach Projektstart zu vermeiden, die zu abstimmungsbedingten Verzögerungen, zusätzlichen Tätigkeiten oder aufwändigen Änderungen führen können.

Aus unserer Erfahrung als IoT-Cloud-Dienstleister in unterschiedlichen Branchen und Unternehmensgrößen haben wir bereits häufig entsprechende Situationen wie eingangs geschildert erlebt und wissen, dass daraus entstehende Projektanpassungen „schmerzhaft“, aufwändig und teuer sind. Sofern die genannten Rollen nicht im Unternehmen vorhanden sind oder nicht besetzt werden können, ist es sinnvoll, diese durch einen externen Dienstleister zu ergänzen. Dieser kann im Zweifelsfall nicht jede Frage so beantworten, wie es ein interner Mitarbeiter könnte, jedoch kann der Dienstleister die richtigen Fragen stellen und auf relevante Aspekte hinweisen bzw. Empfehlungen aussprechen. In jedem Fall verspricht diese fachliche Mindestbesetzung eine weitaus größere Erfolgswahrscheinlichkeit als ein silo-getriebenes Projekt.

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